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Clauss Capital

Family Office: Aufgaben, Arten und was Unternehmerfamilien wissen sollten

Was macht ein Family Office? Single und Multi Family Office, Aufgaben, Kosten und Direktbeteiligungen erklärt, mit Blick auf Frankfurt.

Von Joshua ClaussVeröffentlicht am 4 Min. Lesezeit

Ein Family Office ist eine Organisation, die das Vermögen einer oder mehrerer wohlhabender Familien verwaltet und koordiniert. Es kümmert sich nicht nur um Geldanlagen, sondern oft um alles, was ein großes Familienvermögen mit sich bringt: Beteiligungen, Immobilien, Steuern, Nachfolge und gemeinsame Werte. Für Unternehmer ist das Thema aus zwei Gründen interessant: als mögliche Struktur für das eigene Vermögen nach einem Unternehmensverkauf und als möglicher Käufer bei einer Nachfolge.

Was ist ein Family Office?

Ein Family Office bündelt die Verwaltung eines Familienvermögens an einer Stelle. Ziel ist es, das Vermögen zu erhalten und zu entwickeln, die Familie zu entlasten und Entscheidungen über Generationen hinweg nachvollziehbar zu machen. Das Denken ist in der Regel langfristig: Es geht weniger um die Rendite eines Quartals als darum, ein Vermögen über Jahrzehnte zu bewahren.

Welche Arten von Family Offices gibt es?

ArtFür wenTypische Merkmale
Single Family Office (SFO)Eine einzelne, sehr vermögende FamilieEigenes Team, maßgeschneidert, hohe Fixkosten
Multi Family Office (MFO)Mehrere FamilienGeteilte Infrastruktur, oft unabhängige Dienstleister
Bankennahes Family OfficeKunden einer Bank oder PrivatbankAngebot innerhalb einer Bankengruppe
Virtuelles Family OfficeFamilien mit kleinerem BedarfKoordination externer Spezialisten statt eigenem Team

Welche Aufgaben übernimmt ein Family Office?

Die Aufgaben reichen deutlich über die klassische Vermögensverwaltung hinaus:

  • Vermögensstrategie und Anlage: Aufteilung auf Aktien, Anleihen, Immobilien, Beteiligungen
  • Konsolidiertes Reporting: ein Überblick über alle Vermögenswerte, Banken und Gesellschaften
  • Direktbeteiligungen: Auswahl, Prüfung und Begleitung von Unternehmensbeteiligungen
  • Steuern und Recht: Koordination von Beratern, Strukturen und Fristen
  • Nachfolge und Governance: Familienverfassung, Regeln für Entscheidungen, Vorbereitung der nächsten Generation
  • Philanthropie: Stiftungen und gemeinnütziges Engagement

Ab welchem Vermögen lohnt sich ein Family Office?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Ein eigenes Single Family Office verursacht erhebliche laufende Kosten für Personal, Systeme und Beratung und lohnt sich deshalb erst bei sehr großen Vermögen. Für kleinere Vermögen sind Multi Family Offices oder ein virtuelles Modell üblich, bei dem ein Vertrauter oder Dienstleister externe Spezialisten koordiniert. Entscheidend ist neben der Größe auch die Komplexität: Mehrere Gesellschaften, Immobilien und Erben machen eine zentrale Koordination wertvoller.

Wie investieren Family Offices in Unternehmen?

Viele Family Offices investieren einen Teil des Vermögens direkt in nicht börsennotierte Unternehmen, oft in den Mittelstand. Typisch sind dabei:

  • Langer Zeithorizont: Es gibt keine Fondslaufzeit, die einen Verkauf erzwingt.
  • Unternehmerische Haltung: Viele Familienvermögen sind selbst aus Unternehmen entstanden.
  • Weniger Fremdkapital: Käufe werden häufig konservativer finanziert als bei Private Equity.
  • Diskretion: Family Offices treten oft zurückhaltend auf und legen Wert auf Vertraulichkeit.

Für Inhaber kann ein Family Office deshalb ein angenehmer Käufer sein. Wie sich die Käufergruppen unterscheiden, beschreibt der Beitrag Unternehmen verkaufen: Käufer im Vergleich; die Logik dauerhaften Haltens erklärt der Beitrag Buy and Hold im Mittelstand.

Family Offices in Frankfurt

Frankfurt am Main ist als größter Finanzplatz Deutschlands ein zentraler Standort für Family Offices. Neben unabhängigen Multi Family Offices sind hier viele Privatbanken mit eigenen Family-Office-Einheiten, Vermögensverwalter, Kanzleien und Steuerberater ansässig, die auf Unternehmerfamilien spezialisiert sind. Auch viele Single Family Offices aus dem Rhein-Main-Gebiet nutzen die Nähe zu Banken, Beratern und Investoren. Wer ein Family Office sucht, findet in Frankfurt eine große Auswahl und sollte auf Unabhängigkeit, Kosten und die Erfahrung mit vergleichbaren Familien achten.

Wie unterscheidet sich die Clauss Capital AG von einem Family Office?

Mit vielen Family Offices teilen wir das Denken in Generationen und die Überzeugung, dass gute Unternehmen dauerhaft gehalten werden sollten. Wir sind aber kein klassisches Family Office: Wir verwalten nicht das Vermögen einer Familie, sondern sind eine unternehmerische Beteiligungsgesellschaft, die mittelständische Unternehmen erwirbt, führt und als Gruppe dauerhaft hält, nach den Prinzipien von Berkshire Hathaway. Mehr zu unserem Ansatz auf unserer Seite für Investoren.

Häufige Fragen

Was macht ein Family Office?

Ein Family Office verwaltet und koordiniert das Vermögen einer oder mehrerer wohlhabender Familien. Dazu gehören Vermögensanlage, Reporting, Direktbeteiligungen, Steuern, Nachfolgeplanung und oft auch Philanthropie.

Was ist der Unterschied zwischen Single und Multi Family Office?

Ein Single Family Office arbeitet ausschließlich für eine Familie und ist ganz auf sie zugeschnitten. Ein Multi Family Office betreut mehrere Familien und teilt Infrastruktur und Spezialisten, was die Kosten für die einzelne Familie senkt.

Investieren Family Offices in den Mittelstand?

Ja, viele Family Offices beteiligen sich direkt an mittelständischen Unternehmen, oft mit langem Zeithorizont und konservativer Finanzierung. Für Unternehmer kann ein Family Office deshalb ein interessanter Käufer bei einer Nachfolge sein.

Wo findet man ein Family Office in Frankfurt?

In Frankfurt am Main sind zahlreiche unabhängige Multi Family Offices, Privatbanken mit Family-Office-Angeboten und spezialisierte Berater ansässig. Bei der Auswahl helfen Empfehlungen anderer Unternehmerfamilien und ein Vergleich von Unabhängigkeit, Leistungsumfang und Kosten.

Quellen und weiterführende Informationen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung und kein Angebot zum Erwerb von Beteiligungen dar.

Langfristig investieren im Mittelstand.

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